Heute war mein Bewegungsbedürfnis mal echt gen Null, was uns auch ganz entgegenkam, denn wir sind bei strömendem Regen „den ganzen Tag“ Auto gefahren und stehen jetzt am türkisgrünen See Pukaki in Sturm und Regen, unterhalb des höchsten Berges von NZ, dem Mount Cook mit 3754 m.

Doch wie immer hört der Regen dann plötzlich auf und wir staunen über einen vollständigen doppelten Regenbogen! Alle kommen aus ihren Womos gekrochen und machen Fotos mit dem kitschig schönen türkisen See, den Schneebergen im Hintergrund und vorn den tollen Regenbogen! Da packt mich dann doch noch die Lust, ein bisschen im Abendlicht am See entlang den Radweg „Alps to ocean“ entlang zu fahren, ein kurzes Bad am Wendepunkt mit vielen Kaninchen (!) und dann einem wunderschönen Sonnenuntergang, bald gefolgt von Vollmondlicht überm See. Also heute war ein echter Kitsch-Abend!

Am nächsten Morgen lädt der See zum Baden ein bei Sonnenschein, allerdings ist der Einstieg wegen viel Wind und hoher Wellen gar nicht so einfach. Unser Frühstücksblick über den See zum Mt. Cook, dem höchsten Berg Neuseelands mit über 3000 m ist grandios! Mit dem Womo fahren wir gemeinsam an der Westküste des Sees mit schönen Fotostopps bis zum Mt. Cook-Village und sind dort begeistert über das tolle Visitor-Centre mit ganz vielen Infos, einigen Filmen und einen Abriss über die Bergsteigergeschichte, die hier sehr wichtig ist. Hier ist die Landschaft ständig im Wandel, z.B. der Tasman-See , der sich in den letzten Jahren sehr vergrößert hat und beim Erdbeben von Christchurch 2011 eine 3 m hohe Welle erlebte, als ein Eisbrocken vom Tasman-Gletscher reinfiel. Heute schwimmen zwei große Eisblöcke im Wasser. Wir entscheiden uns, nachts am White Horse Hill DOC- Camping zu stehen, laufen noch bei beginnendem Regen zum Kea-Point, ( Keas sind freche Papageien, die alle Gummidichtungen anfressen, wir haben aber keine gesehen bei dem Sturm), Martin dann zurück zum Womo und ich jogge noch in´s Sir Edmunt Hillary-Center, der berühmte Bergsteiger, der 1948 der Mount Cook erklommen hat als Vorbereitung für den Mount Everest. Im Cinema laufen super interessante Filme über die Erdentstehung, ein §-D film über die Region Mt. Cook und ein spannender Film über die Bergrettungen am Mt. Cook, der bisher 136 Todesopfer gefordert hat, vorallem wegen seiner berüchtigten Wetterumstürze und die gefährlichen Gletscherspalten. Auch bei uns bleiben uns Sturm und Regen die ganze Nacht als Begleiter, das Womo wackelt ganz schön! Am nächsten Morgen ist es nicht viel besser und wir fahren wieder zurück zum Lake Pukaki, wo ich aussteige und über die Canalroute 33 km gegen den Wind strampele bis zum nächsten türkisen Kitschsee, den Lake Tekapo mit seiner pittoresken „Church of the good shepherd“, die von Japanern umlagert ist.

Kategorie: Allgemein

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